Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Augenblicke zwischen Leben und Tod


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 2.845 mal aufgerufen
 Umgang und Probleme mit Sterbenden
ingoborm Offline

Webmaster und Administration Technik

Beiträge: 937

29.07.2005 23:41
Bedürfnis nach Nahrung antworten

Ein Problem für viele Angehörige ist die Tatsache das der Sterbende weniger isst und trinkt, bis dahin , dass er Essen oder Trinken oder beides vollkommen verweigert. Man hört des öfteren: Du musst doch was essen, damit du zu Kräften kommst oder trinke doch was, sonst verdurstest du. Deswegen wird dem Sterbenden meistens Nahrung regelrecht aufgezwungen, bis hin zur Legung einer Magensonde.
Im finalen Zustand ist dies aber völlig unnötig. Gerade im finalen Zustand ist die Nahrungsverweigerung völlig normal, denn:
Das Bedürfnis nach Nahrung nimmt beim Sterbenden ab.

Er stirbt nicht, weil er nichts isst und trinkt, sondern er isst und trinkt nichts, weil er stirbt.

Es muss noch mal deutlich gesagt werden:
Der Sterbende verhungert und verdurstet nicht auf grausamste Weise.

Der Körper stellt das Verlangen nach Nahrung einfach nach und nach ein.
Warum tut er das? Nun es ist im Prinzip einfach. Beim Sterbeprozess nimmt die Funktionalität der Organe bzw. des ganzen Organismus einfach ab. Der Magen kann das aufgenommene Essen nicht mehr richtig verdauen und filtert die Schadstoffe auch kaum noch bzw. nicht mehr aus. Das selbe gilt für die Nieren, die die Flüssigkeit eben auch nicht mehr richtig filtert. Noch einfacher ausgedrückt Essen und Trinken bedeutet für den Körper eine ausgesprochene Schwerstarbeit und daher eine unnötige Belastung für den ganzen Organismus, einschließlich des Kreislauf und Immunsystem, das ja auch nur noch eingeschränkt arbeitet. Des weiteren bedeutet schlucken am Ende für den Sterbenden auch nur noch eine Quälerei und eine Magensonde ist im finalen Zustand unsinnig, da wie oben beschrieben, der Organismus unnötig belastet wird.

Das einzige was man dann nur noch tun kann ist die Lippen zu befeuchten oder der Mund mit in Flüssigkeit getränkte Wattebällchen zu bestreichen bzw. etwas Flüssigkeit reinzuträufeln, damit der Rachen und der Mundbereich nicht austrocknen.

brinisan Offline



Beiträge: 4

21.09.2005 23:19
#2 RE: Bedürfnis nach Nahrung antworten

hallo ihr lieben!

das geschriebene kann ich nur bestätigen! nicht aus medizinischen büchern, sondern aus kürzlicher erfahrung.

als mein vater vor 7 monaten sehr schnell an krebs starb, waren meine mutter und ich bei seinem 'übergangsprozess' anwesend.

meine mutter war völlig hilflos und stopfte meinem vater (der nur noch ein paar mal während der 'sterbestunden' die augen öffnete vor schmerzen, aber bei vollem bewusstsein(!)) immer wieder kleine stücke von erdbeeren, birne oder den schnabelbecher mit wasser in den mund.

ich konnte deutlich an seiner mimik sehen (trotz seiner geschlossenen augen), dass ihm das viel zu viel war! meine mutter streichelte unablässig sein gesicht und ich habe mich gewundert, wieso sie denn nicht sieht, dass meinem daddy das viel zu viel war!!!
es war ihm doch so dermassen deutlich anzusehen... sie war wohl einfach nicht in der lage und zu hilflos...

als sie dann zwischendurch mal 1 stunde weg war um sachen zu holen und ich mit meinem sterbenden vater alleine war, habe ich nur vom fussende seines bettes aufgepasst, dass er nicht rausfällt in seinen schmerzkrämpfen. ich hatte kurz seine hand gestreichelt und ihm nur signalisiert, dass ich da bin und dass er keine angst haben braucht.

irgendwie hatte ich den eindruck, dass hat ihm viel mehr geholfen bei seinem schweren kampf...

liebe grüße,
brinisan

 Sprung  

Zugriffsstatistik:
counter

Impressum und Haftungsausschluss - Hinweis zu den Informationen hier

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de