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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Demenz/Alzheimer
ingoborm Offline

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Beiträge: 937

04.11.2005 22:01
Multi-Infarkt-Demenz (vaskuläre Demenz) antworten
Multi-Infarkt-Demenz (vaskuläre Demenz)
Dr. med. Alexander Reinshagen, Facharzt für Neurologie

Was ist eine Multi-Infarkt-Demenz?

Die Multi-Infarkt-Demenz, auch vaskuläre Demenz genannt, ist eine Art Demenz, die von Durchblutungsstörungen im Gehirn ausgelöst wird. Demenz ist der Oberbegriff für nachlassende geistige Fähigkeiten als Folge einer Hirnschädigung.

Die Patienten sind in ihrem kognitiven Fähigkeiten, also ihrem Erkennen und Denken, eingeschränkt. Dies äußerst sich z.B. in Orientierungs- oder Wahrnehmungsstörungen.

Häufig erkranken Personen, die unter einem unregelmäßigen Herzryhthmus (vor allem Vorhofflimmern) leiden oder deren Blutgefäße verengt sind (Arteriosklerose).

Ein Fünftel aller Demenzerkrankungen sind vaskulär, d.h. durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, bedingt.

Wie entsteht eine Multi-Infarkt-Demenz?

Die Multi-Infarkt-Demenz wird durch Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht: Sind Blutgefäße, die das Gehirn versorgen, verengt oder gar verschlossen, erleiden dadurch viele Gehirnzellen einen Sauerstoffmangel und sterben in der Folge ab.

Faktoren, die zu Schlaganfällen führen, können auch das Risiko für vaskuläre Demenz erhöhen:

* Rauchen

* Erhöhte Blutdruckwerte

* Zu hohe Cholesterinwerte im Blut

* Diabetes (Zuckerkrankheit), besonders bei schlechter Blutzuckereinstellung

* Unregelmäßiger Herzrhythmus

Wird die Arterienverkalkung der hirnversorgenden Gefäße und damit die Durchblutungsstörung des Gehirns verhindert, kann auch die Gefahr der vaskulären Demenz begrenzt werden.

Welche Symptome treten auf?

Vaskuläre Demenz ist eine schleichende Krankheit, da die anfänglichen Symptome undramatisch sind. Ein erstes Zeichen ist fortwährende Vergesslichkeit. Anfangs spürt der Betroffene selbst, dass etwas nicht stimmt. Doch mit Verschlechterung des Zustands verschwindet häufig das Bewusstsein für die eigene Krankheit. Im späteren Stadium erkennt der Patient auch Personen nicht wieder. Es kann zu Persönlichkeitsveränderungen kommen.

Im Gegensatz zur Alzheimer-Demenz fallen dem Untersucher bei vasulär dementen Patienten leichte Bewegungs- und Koordinationsstörungen, oder Gangunsicherheiten auf.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Arzt wird den Patienten und, wenn dies möglich ist, auch dessen Angehörige nach der Krankheitsgeschichte befragen. Er wird verschiedene Untersuchungen durchführen, die Hinweise auf neurologische und psychiatrische Erkrankungen ergeben. Dazu gehören:

* Entnahme einer Blutprobe

* Erstellung eines Elektrokardiogramms (EKG), um einen unregelmäßigen Herzrhythmus (vor allem Vorhofflimmern) zu erkennen.

* Doppler- und Duplexsonographie der Hals- und Hirngefäße zur Erkennung von Gefäßverengungen und um die Arteriosklerose insgesamt einschätzen zu können.

* Untersuchungen des Gehirns mit Hilfe der Computer- oder Kernspin-Tomographie. Dabei kann zum Beispiel ein Schlaganfall erkannt werden.

* Mit einem kurzen so genannten psychometrischen Test (z.B. Mini-Mental-Status) ermittelt der Arzt durch wenige Fragen, Zeichnungen und Ähnliches die geistige Leistungsfähigkeit. Beim nächsten Besuch kann der Test wiederholt werden. Dabei liefert der Vergleich der erzielten Werte einen Anhaltspunkt, ob sich der Zustand des Patienten gebessert oder verschlechtert hat.

Wie wird die vaskuläre Demenz behandelt?

* Gegen die bereits vorhandenen Schäden kann der Arzt nichts tun. Er wird jedoch versuchen, den weiteren Verlauf der Krankheit zu bremsen, indem er Ihnen Medikamente verschreibt, die durch Hemmung der Blutplättchen die Fließfähigkeit des Blutes verbessern.

* Wenn der Herzrhythmus unregelmäßig ist, kann eine stärkere blutverdünnende Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten notwendig werden.

Was können Sie selbst dagegen tun?

Um der vaskulären Demenz vorzubeugen, können Sie Folgendes unternehmen:

* Halten Sie eine fettarme Diät ein.

* Hören Sie mit dem Rauchen auf.

* Lassen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck messen.

* Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihr Herz unregelmäßig schlägt.

Wenn man Diabetes (vomTyp 1 oder Typ 2) hat, ist es wichtig, den Blutzucker optimal einzustellen.


Quellen
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde

Redaktion Dr. med. Johannes Pichler, Facharzt für Neurologie

Aktualisierung 21.07.2005

Informationsquelle:http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakt...farktdemenz.htm

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