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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Bestattung
Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

28.09.2005 13:03
Was ist eine Bestattung? antworten

Bestattung
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Unter Bestattung versteht man die von den Hinterbliebenen eines Verstorbenen eingeleiteten Maßnahmen, wenn ein Mensch verstirbt. Dazu gehören das Waschen und Herrichten eines Toten, also Schminken, Kleiden und Aufbahren und letztendlich die Bestattung selbst.
Inhaltsverzeichnis

* 1 Bestattung als Dienstleistung
* 2 Bestattungsarten
* 3 Kosten

Bestattung als Dienstleistung

Was früher Aufgabe der Familie war, hat sich in den meisten Industriegesellschaften zu einer Dienstleistung entwickelt, die von gewerblichen Bestattungsunternehmen erbracht wird. Inzwischen gibt es in Deutschland sogar einen anerkannten Ausbildungsberuf zum Bestattungsfachangestellten.

Die Gründe für die Delegation der Bestattungsmaßnahmen an einen Dienstleister liegen nicht zuletzt in einer Ausgrenzung von Sterblichkeit und Tod aus dem Wahrnehmungshorizont der Gesellschaft, was zu diffusen Ängsten vor dem Tod führt und eine Abneigung bewirkt, sich den damit zusammenhängenden Fragen zu widmen. Daneben spielen gesetzliche und hygienische Aspekte eine Rolle bei der Entscheidung darüber, wie Bestattungen durchgeführt werden. Zudem wären viele Menschen wohl überfordert, wenn sie in der Trauerzeit eine Beerdigung von A - Z selbst oganisieren müssten.

In Deutschland ist das Bestattungswesen durch Landesbestimmungen gesetzlich geregelt (Bestattungsgesetze, Friedhofsgesetze, Leichenverordnungen) und wird durch örtlich erlassene Friedhofsordnungen umgesetzt. Aus diesen Regelungen geht insbesondere hervor, dass Verstorbene normalerweise auf den dafür vorgesehenen öffentlichen Friedhöfen beigesetzt werden müssen. Alternative Bestattungsformen wie die Beisetzung in einem Friedwald stellen dagegen noch eine sehr seltene Ausnahme dar.

In Österreich werden die Friedhofsordnungen von den Friedhofsverwaltungen erlassen. Diese können in der Hand einer Glaubensgemeinschaft oder der Kommune sein. Erst in den letzten Jahren wurde auch das Bestattungswesen dahingehend liberalisiert, dass ein jeder, der über den Befähigungsnachweis für das Gewerbe verfügt, ein Bestattungsunternehmen eröffnen kann. Bis 2002 war für die Erlangung einer Konzession der Nachweis des Bedarfs nötig. Durch diese Zugangsbeschränkung wollte der Gesetzgeber einen unschönen Konkurrenzkampf unterbinden. Der Wegfall dieser Bedarfsprüfung nützt in erster Linie großen überregional tätigen Unternehmen, welche mit finanzstarken Investoren im Hintergrund versuchen kleinere Unternehmen "auszusitzen". Derartige Entwicklungen sind bereits in Kärnten und der Steiermark zu beobachten.

Früher war es zwar jedem Bestattungsunternehmer möglich, Begräbnisse im gesamten Bundesgebiet durchzuführen (auch dort wo bereits ein anderes Unternehmen tätig war), er konnte dort jedoch kein weiteres Unternehmen gründen, wenn der "Bedarf" bereits durch ein anderes Unternehmen gedeckt wurde. Den Bestatter konnte man somit immer frei wählen, wobei es in den meisten Fällen sinnvoll war und ist, ein Unternehmen aus der Nähe zu beauftragen. Diese Zugangsbeschränkung wurde, in völliger Unkenntnis der Sachlage, von der Bevölkerung gerne als Monopol bezeichnet. In den Städten gibt es auch Unternehmen, die der Kommune selbst gehören. Aber auch diese werden langsam ausgegliedert. Für die Grabstellen selbst müssen an die Friedhofsbetreiber jeweils Benutzungsgebühren für zehn Jahre im Voraus bezahlt werden. Bei einer neuerlichen Bestattung im selben Grab beginnen die zehn Jahre neu zu laufen. Wird die Benutzungsgenehmigung nicht verlängert, so spricht man von einem Anheimfallen einer Grabstelle. Die Friedhofsverwaltung kann sie neuerlich vergeben.

Anonymisierte Lebensverhältnisse (besonders in durch Zuwanderungen wachsenden Städten und später Großstädten), das Aufbrechen der Familienbande und nicht zuletzt die vom staatlichen Sparzwang diktierten Streichungen von Zuschüssen zu den Begräbniskosten (Sterbegeld) haben bereits im europäischen Mittelalter zur Gründung von Beerdigungs-Genossenschaften und zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu einem deutlichen Anstieg der Zahl von Zwangsbeisetzungen geführt. Hierunter versteht man die mit sparsamsten Mitteln durchgeführte Urnenbestattung auf öffentlichen Friedhöfen, wenn es nicht möglich ist, die Angehörigen eines Verstorbenen zu ermitteln.

Bestattungsarten

Es sind folgende Bestattungen möglich:

* Feuerbestattung
* Erdbestattung
* Seebestattung
* Luftbestattung
* das Vermachen der Leiche der Anatomie und Wissenschaft (Körperspende) dürfte nicht als Bestattung in diesem herkömmlichen Sinn gelten.

Die Bestattungen können auf einem Friedhof (Einzel- oder Gemeinschaftsgrab, eventuell anonym), in einem Friedwald oder auf dem Meer durchgeführt werden.

Kosten

Die bei einer Bestattung von den Hinterbliebenen zu erstattenden Kosten verteilen sich auf folgende Leistungen:

* Gebühren und Fremdleistungen
o Bestattungsgrundgebühr
o Grabnutzungsgebühren
o Verlängerung des Nutzungsrechtes
o Einäscherung und Urnenbeisetzung
o Benutzung der Friedhofseinrichtungen
o Gebühren für Behörden und Kirche
o Aufbewahrungsgebühren
o Überführungskosten
* Sonstige Kosten
o Sarg und ggf. Urne
o Blumenschmuck
o Trauerdrucksachen
o Redner, Träger und musikalische Umrahmung
* Private Kosten
o Trauerkleidung
o Leichenschmaus

Für eine nach herkömmlichem Verständnis als „würdig“ anzusehende Erdbestattung werden in Deutschland durchschnittlich etwa 4000 Euro (ggf. zuzüglich der Kosten für eine Grabstelle) aufgewandt. Am günstigsten ist derzeit die Körperspende, da eine Vielzahl der oben aufgeführten Gebühren nicht anfallen.

Die Kostentragungspflicht der Bestattung beinhaltet die Verpflichtung, die Kosten zu tragen bzw. dem zu ersetzen, der die Bestattung veranlasst hat. Diese kann öffentlich-rechtlich (so bei der sogenannten Ersatzvornahme durch ein kommunales Ordnungsamt) oder privat-rechtlich (u.a. Kostentragungspflicht des Erben, gem. § 1968 BGB: "Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.") geregelt sein.

Neben dem Erben hat auch derjenige die Kostentragungspflicht, der dem Verstorbenen gegenüber unterhaltspflichtig war (§§ 1615, 1615m BGB) und derjenige, der am Tod des Menschen Schuld hat (§ 844 BGB). Detailregelungen für tödliche Unfälle im Straßenverkehr enthält das Straßenverkehrsgesetz. Die Krankenkasse zahlt kein Sterbegeld mehr zur Deckung der Bestattungskosten. Nur wenn alle Zahlungspflichtige mittellos sind, übernimmt auf Antrag das örtliche Sozialamt die notwendigen Kosten der Bestattung (§ 74 SGB XII).


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