|
Gräberfeld aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Unter einem Gräberfeld wird die Ansammlung mehrerer Gräber verstanden. Der neutrale Begriff findet häufig in der Archäologie und anderen Kulturwissenschaften als Alternative zu dem eher christlich gefärbten Ausdruck „Friedhof“ Anwendung. Die Anzahl der Bestattungen ist bei der Begriffswahl weniger relevant. Theoretisch kann schon ab zwei Gräbern von einem Gräberfeld geredet werden, zumal stets damit gerechnet werden muß, daß es durch Erosion, Überbauung oder landwirtschaftliches Umpflügen zum Verlust von flachen Bestattungen gekommen sein kann. Aus diesem Grund ist weiterhin zu beachten, daß auf jedem, auch vollständig erforschten, Gräberfeld nur eine Mindestanzahl von Gräbern sicher angegeben werden kann. Zu beachten ist weiterhin, daß ein Gräberfeld nicht unbedingt nur aus Grabbefunden bestehen muß. Weitere Objekte, die in unmittelbarem Zusammenhang mit den Bestattungen stehen (z.B. Totenhütten) oder im Rahmen des Totenrituals eine Rolle spielten (z.B. Feuerstellen), gehören ebenfalls dazu, insofern ihre Gleichzeitigkeit mit dem Bestattungsplatz belegt ist. Die Belegungsdauer, d.h. die aktive Nutzungszeit eines Gräberfeldes, ist sehr verschieden und kann sich von nur einer Generation bis über mehrere Kulturen - in Einzelfällen sogar über mehrere Jahrtausende - hin erstrecken. Während die Belegungsdauer offensichtlich stärker von demographischen bzw. lokalen Bedingungen unterliegt und weniger kulturspezifisch ist, kann die Platzwahl (z.B. auf Höhenzügen oder in der Nähe wesentlich älterer Grabhügel) durchaus zu den Charakteristika einer Kultur gehören. Die Gräberfeldanalyse bildet eine wichtige Grundlage der archäologischen Forschung. Arten Der Begriff kann, dem Bestattungsritus entsprechend, in Unterkategorien aufgeteilt werden: * Körpergräberfeld, wenn es sich ausschließlich um unverbrannte Bestattungen handelt, * Brandgräberfeld, wenn es sich ausschließlich um verbrannte Bestattungen handelt * Urnengräberfeld, wenn die Überreste in Urnen beigesetzt wurden. Die Prägnanz dieser Sitte im jungbronzezeitlichen Mitteleuropa verlieh der Kulturerscheinung ihren Namen: Urnenfelderkultur. * birituelles Gräberfeld (lat. bis, zwei), wenn es sich sowohl um Brand- als auch um Körpergräber handelt.
|