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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Allgemeines zu Sterben, Tod und Trauer
Jana78 ( Gast )
Beiträge:

25.10.2005 19:16
Die Erforschung des Todes 3 (1) antworten

Dr. Raymond Moodys Arbeit mit Menschen, die Nahtoderfahrungen hatten, wurde während der letzten Jahrzehnte in der ganzen Welt bekannt.
Die GralsWelt führte mit dem amerikanischen Psychiater, Philosophen und Sterbeforscher ein ausführliches Gespräch, in dessen Verlauf sich Dr. Moody als durchaus „gesunder Skeptiker“ zu erkennen gab …

GralsWelt: Sie selbst stehen sehr vielen Dingen skeptisch gegenüber, auch dem Leben nach dem Tode – trotz aller Erfahrungsberichte. Was also überzeugt Sie? Was könnte Raymond Moody davon überzeugen, daß es ein Leben nach dem Tod gibt?

Dr. Moody: Es gibt wirklich nur wenige Dinge, von denen ich überzeugt bin. Eines davon ist, daß ich meine Frau und meine Kinder liebe, das gehört zum Kern meines Lebens. Aber ich kann mir nichts vorstellen, was mich endgültig davon überzeugt, daß es ein Leben nach dem Tode gibt. Ich weiß nicht, wie ich die Aussagen über das Leben nach dem Tode aufnehmen soll. Ich weiß noch nicht einmal, was ich mit meiner eigenen Todesnähe-Erfahrung machen soll. Ich denke aber, daß es zu den interessantesten Aspekten des Themas gehört, daß ein Leben nach dem Tod durch keine rationelle Methode feststellbar ist.

Die Natur der wissenschaftlichen Methode bedingt das; ich glaube, daß es überhaupt keine Möglichkeit einer Beweisführung gibt. Die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, ist keine wissenschaftliche, und deshalb muß jeder Mensch das Recht haben, sich eine eigene Meinung dazu zu bilden! Man kann seine Freunde oder Nahestehende befragen, die ein Scheintoderlebnis oder die kraftvolle spirituelle Erfahrung hatten, daß ihnen ein Verstorbener erschien. Und unter diesen Umständen, glaube ich, kommt man für sich selbst zu einer Entscheidung.

GralsWelt: Die eigene Ansicht muß aber nicht auch wahr sein …

Dr. Moody: Das ist richtig, aber die andere Möglichkeit ist, daß irgendeine Autorität Ihnen sagt, wie Sie darüber denken müssen, was unglücklicherweise in vielen religiösen Gruppen geschieht. Und das ist im Endeffekt nicht befriedigend. Ich erlebe immer wieder Leute, die irgendeinen New-Age-Wochenendkurs besuchen und glauben, daß die Menschen, die diese Kurse veranstalten, ihnen alle ihre Fragen beantworten können. Ich habe mit solchen Leuten immer Ärger. Sie möchten, daß ich ihnen sage: „Oh ja, das ist absolut wahr!“, weil sie glauben, auf Grund meiner Worte für sich entscheiden zu können.

Aber jemand auf diese Art zu bestätigen, das tue ich nie, es wäre unehrlich. Aber andere machen es. Es gibt Kursleiter, die ihrem Publikum sagen: „ Ja, genauso ist es!“ – „Kommen kleine Hunde in den Himmel?“ – „Oh ja, ganz sicher!“ – „Gibt es eine Hölle?“ – „Oh nein, definitiv nein.“ Manche fühlen sich nach solchen Antworten besser, einige bleiben auch für Tage danach noch in Hochstimmung. Aber dann kommen ihre Zweifel wieder zurück, denn alle endgültigen Antworten auf tiefe spirituelle Fragen befriedigen nur für eine kurze Zeit, wenn kein eigenes Erleben dabei ist.

„New Age“ ist für mich etwas sehr Fadenscheiniges, denn alle sind auf der Schiene der „relativen Wahrheit“: Was für Dich wahr ist, ist für Dich wahr, und was für mich wahr ist, ist für mich wahr! Das ist alles so ein Lari Fari, es ist schon lustig! (lacht!) Es tut mir leid, daß ich darüber lachen muß, aber all die Menschen … es ist einfach lustig, sie versuchen den Guru zu finden, der ihnen auf all ihre Fragen die Antwort geben kann. Der einzig wahre Weg daraus ist das eigene Erleben!

GralsWelt: Bedingt durch Ihre Arbeit mit Nahtoderfahrungen und dem Leben nach dem Tode, befassen Sie sich sehr damit, wohin wir Menschen gehen. Fragen Sie sich manchmal auch, woher wir kommen?

Dr. Moody: Plato sagte, daß eines der großen Probleme, die geklärt werden müssen, die Frage ist, warum wir uns nicht erinnern können, wenn wir von woanders hierher gekommen sind. Er sprach davon, daß wir unmittelbar vor der Geburt vom „Wasser des Vergessens“ trinken. Manche Leute haben scheinbar nicht so viel von diesem Wasser getrunken und können sich an manches erinnern, aber die, die viel davon trinken, vergessen einfach alles.

GralsWelt: Was denken Sie persönlich über ein Jenseits, in das wir nicht nur gehen, sondern aus dem wir auch kommen?

Dr. Moody: Die Unbeschreiblichkeit des Jenseits ist sicher ein Problem, und wir können in diesem Zusammenhang nur in Metaphern sprechen, in Bildern. Ich erinnere mich an die Radiozeit, als ich ein Kind in Porterdale, Georgia, war. Anfang der fünfziger Jahre haben meine Großeltern einen Fernseher gekauft. Damals gab es nur drei Kanäle aus Atlanta in Schwarz-Weiß, heute haben wir rund um die Uhr über 500 Kanäle in Farbe und Stereoton und empfangen Nachrichten sofort von der anderen Seite der Welt. Das Naheliegendste, was ich als meine Metapher über das Leben nach dem Tode sagen kann, ist: Wenn man das jetzige Leben mit dem Radiozeitalter vergleicht, dann wäre das Leben nach dem Tode vergleichbar mit den 500 Kanälen im Stereoton. Das Miterleben von Ereignissen, unsere Erlebnisfähigkeit aber bleibt die gleiche.

Nehmen wir nun einmal an, daß mein Bewußtsein woanders hingeht, nachdem der Körper stirbt. Wessen ich mir eigentlich ziemlich sicher bin, ist, daß das Leben auf der Erde dann wie ein Traum erscheinen wird. Aus dieser anderen Perspektive heraus werden Sie vieles, was Sie in Ihrem Leben getan haben, nicht glauben wollen, denn im Laufe unseres Lebens machen wir alle verrückte Dinge. Es ist, als ob wir schlafen …

GralsWelt: Sie sind gerade Vater geworden, Ihr Sohn ist sieben Monate alt. Hat Ihre Arbeit über Nahtoderlebnisse Ihre Einstellung zum Leben, zur Geburt Ihres Sohnes beeinflußt?

Dr. Moody: Als ich das erste Mal über ein Nahtoderlebnis hörte, war ich gerade 21 Jahre alt, und es ist schwer, diesen Aspekt meines Lebens von den anderen zu trennen. Viele Menschen, die mir über ihre Todesnähe-Erfahrungen berichteten, sind später meine Freunde geworden.

Was unseren Sohn Carter betrifft, habe ich das Gefühl, es war vorbestimmt, daß er zu uns kommt – obwohl ihn eine andere Frau geboren hat. Das war eine interessante Geschichte: Meine Frau Cheryl wollte ihr ganzes Leben lang ein Kind, aber sie hatte Schwierigkeiten damit. So bemühten wir uns fünf Jahre lang darum, eines zu adoptieren, erlebten dabei aber viele Enttäuschungen. Wir haben auch gebetet, und deshalb war ich mir sicher, daß wir eines Tages das Baby bekommen würden.

Vor einem Jahr passierte dann etwas Wundersames: Linda, eine Freundin, die für uns arbeitet und oft erstaunliche Empfindungen für Situationen hat, sagte zu mir: „Das Baby kommt.“ Sie hatte den Schulbus vor unserem Haus halten und ein Kind aussteigen gehört. Als der Bus vorbei war, merkte sie, daß das gar nicht stimmte, aber es stellte sich später heraus, daß dies ungefähr derselbe Zeitpunkt war, als Carter gezeugt wurde.

Meine Frau Cheryl hatte es inzwischen endlich aufgegeben, alles daranzusetzen, ein Kind zu bekommen. Und dann, als sie losließ … Sie wissen: „Dein Wille geschehe …“ Im März brachte uns ein befreundeter Psychotherapeut, der von unseren Adoptivabsichten wußte, mit einer Familie in Texas in Verbindung, wir trafen uns mit dieser, fanden einen guten Kontakt, und so wurde Carter am 20. Juli geboren – das ist übrigens der Tag der ersten Mondlandung, die ein großes Ereignis in meinem Leben dargestellt hat.

Das alles sind Zusammenhänge, wie sie im Leben vorkommen, und ich glaube, daß mir meine Beschäftigung mit dem Tod dabei geholfen hat zu erkennen, wie alles im Leben der Menschen gemäß ihrer Einstellung zusammenhängt und zusammenspielt.

GralsWelt: Was hat Sie konkret dazu veranlaßt, sich mit dem Leben nach dem Leben zu befassen?

Dr. Moody: Meine Familie war nicht sehr religiös, obwohl wir uns selbst „presbyterianisch“ nannten. Wir sind kaum in die Kirche gegangen. Mein Vater studierte damals Medizin und war damit sehr beschäftigt. Als ich 12 Jahre alt war, wachte mein Vater schließlich zum Thema Religion auf. Er war 38 Jahre alt, und aus der Erfahrung als Psychiater weiß ich, daß 38 für Männer ein sehr schwieriges Alter ist, weil dies der „Wendepunkt des Lebens“ ist; man kann auch sagen, die „Midlife Crisis“ beginnt.

So fingen wir an, mit ihm in die Kirche zu gehen. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte ich für mich schon entschieden, das, was wir Tod nennen, einfach als Auflösung des Körpers zu sehen. Ich dachte, daß unser Bewußtsein zum Zeitpunkt des Todes einfach ausgeschaltet wird. Den Gedanken über ein Leben nach dem Tod hatte ich nie. Wenn sich Leute über ein Leben nach dem Tode unterhielten, hielt ich dies alles für Unsinn. Ich glaubte ganz einfach, diese Leute wollten sich selbst mit ihrem Wunschdenken täuschen.

Als 18jähriger ging ich auf die Universität in Charlottesville. Und dann, im Jahr 1965, erfuhr ich in einem der Kurse, daß es einen Professor der Psychiatrie an der medizinischen Schule gibt, Dr. George Ritchie, der selbst vor ein paar Jahren ein unglaubliches Erlebnis hatte, als ihn Ärzte für tot erklärten. Es interessierte mich sehr, daß jemand, der für tot erklärt worden war, trotzdem ein bewußtes Erlebnis hatte. So nahm ich die Möglichkeit wahr, einen Vortrag von Dr. Ritchie zu hören, und ich war damals – wie auch heute noch – sehr beeindruckt von ihm. Er ist der feinste Mensch, den ich in meinem ganzen Leben kennengelernt habe.

George stammt aus Richmond, Virginia. Im Jahr 1943 meldete er sich freiwillig in der Armee und war in Camp Barkley, Texas, für seine Grundausbildung stationiert. Im Dezember 1943 bekam er beidseitige Lungenentzündung und wurde von seinem Arzt zweimal für tot erklärt. Dank der Intervention eines Krankenpflegers, der sich nicht damit abfinden wollte, daß jemand in seinem Alter sterben soll, ließ sich der Arzt dazu überreden, direkt in Georges Herz Adrenalin zu spritzen. Und George kehrte mit einer wunderbaren Geschichte über ein strahlendes Licht ins Leben zurück, mit einem Bericht über sein Erlebnis mit Christus, einem panoramischen Rückblick und dem Bewußtsein, außerhalb seines Körpers gewesen zu sein. ...

Quelle:www.gral.de

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