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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Allgemeines zu Sterben, Tod und Trauer
Jana78 ( Gast )
Beiträge:

25.10.2005 19:14
Die Erforschung des Todes 2 antworten

Dr. Raymond Moody, USA, beschäftigt sich als Psychiater und Philosoph seit mehreren Jahrzehnten mit der Erforschung von Nah- und Scheintoderlebnissen.
Die GralsWelt führte mit ihm ein ausführliches Gespräch und veröffentlicht davon im Rahmen des Themenschwerpunktes „Die Erforschung des Todes” in diesem Heft den 2. Teil des Interviews …

GralsWelt: Ihre Interessengebiete sind die Philosophie, verbunden mit einer Vorliebe für das antike Griechenland, und die Medizin. Wie kam es dazu?

Dr. Moody: Als ich ungefähr drei Jahre alt war, hatte ich ein Erlebnis, an das ich mich noch sehr, sehr genau erinnern kann. Ich saß auf der Veranda im Hause meiner Großmutter in Porterdale, Georgia, und sie erzählte mir über die Sterne, die großen Entfernungen im Weltall und so weiter.
In diesem Moment wurde mir bewußt, daß es mein Lebensziel ist, Wissen über das Universum zu erlangen und über unsere Rolle darin, das menschliche Bewußtsein zu verstehen. Im Alter von sechs Jahren wurde ich zu einem begeisterten Astronomen. Es faszinierte mich das Wunder der Sterne, gleichzeitig aber auch das Wunder meines eigenen Bewußtseins. Beides gehörte für mich immer zusammen. Und der Blick in die Sterne machte mich auch sicher, daß es noch anderes Leben im Universum gibt …

GralsWelt: Eine sehr persönliche Ansicht, zumal Leben auf anderen Planeten bis jetzt noch keineswegs bewiesen ist …

Dr. Moody: Ja, absolut. Aber seit ich sechs oder sieben Jahre alt war und über die Galaxien mit ihren Milliarden von Sternen las, war ich immer der festen Überzeugung, daß die Formung der Planeten nur ein Teil des Prozesses bei der Entstehung der Sterne war. Und es war für mich immer selbstverständlich, daß das Universum von verschiedenen Lebensformen bevölkert sein muß! Ich hoffe, daß ich noch hier bin, wenn die Nachricht zur Bestätigung meiner Ansicht kommen wird.

GralsWelt: Sie sagten, daß Sie nach „Wissen“ suchten. Ist diese Suche nach Wissen nicht irgendwo jedem Menschen zu eigen?

Dr. Moody: Es ist interessant, daß viele Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, sagten, daß ihnen während ihrer „Rundblickerinnerung“ Ereignisse gezeigt wurden, bei denen sie auf der Suche nach Wissen waren. Auch wurde ihnen deutlich gemacht, daß der Lernprozeß nicht mit dem Tod endet, sondern es auch weiterhin nötig ist, Wissen zu erlangen. Für mich selbst ist die Suche nach neuem Wissen eine Quelle großer Freude. Ich bin davon überzeugt, daß Wissen bereichert, denn je mehr man weiß, um so erfüllter ist die innere Welt von Dingen, über die es sich nachzudenken lohnt. Ich habe auch Spaß daran, mein eigenes Wissen an andere weiterzugeben, und ich genieße es sehr, meine Studenten dabei zu beobachten, wie sie im Erkennen strahlen.

Erstaunlich ist im Prozeß des Wissendwerdens, wie man Wissen oft verinnerlicht hat, obwohl es einem selbst nicht bewußt ist. Als Student zum Beispiel fand ich Aristoteles, um ehrlich zu sein, ziemlich langweilig, meine große Liebe war immer Plato, dessen Werke ich alle mindestens zehnmal gelesen habe.

Und doch habe ich in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, daß gerade Zitate von Aristoteles wie aus dem Nichts zu mir zurückkamen, wobei mir die Bedeutung dessen, was ich in der „Graduate School“ früher gelesen hatte, jetzt auf einmal klar wurde.

GralsWelt: Als Philosoph und Wissenschaftler steht das Wissen für Sie im Vordergrund. Gerade im Hinblick auf die Erforschung des Todes geht es aber doch oft um Fragen des Glaubens. Wie passen Wissen und Glauben Ihrer Ansicht nach zusammen?

Dr. Moody: Wenn Sie jemandem sagen, daß Sie etwas wissen, dann garantieren Sie es ihm, Sie setzen Ihren Ruf aufs Spiel. Wenn Sie sagen, daß Sie etwas glauben, dann sind Sie nicht bereit, so weit zu gehen. Ich persönlich versuche in meinem Leben, an so wenig wie möglich nur zu glauben, weil ich der Meinung bin, daß das behindert und auch leicht falsch ausgelegt werden kann. Aber ich bekenne mich zu spirituellem Streben, weil es für mich untrennbar zur Suche nach Wissen gehört. Für die frühen griechischen Philosophen war das genauso.

Nur wir vollziehen heute eine Trennung, wenn wir das intellektuelle Leben als eine Sache ansehen, die mit unserem spirituellen Streben nichts zu tun hat. Wir sollten jedoch von der antiken Philosophie gelernt haben, daß der Begriff der „Wahrheit“ nur in engstem Zusammenhang mit dem rationalen Denken entstehen konnte. Erst durch die Mathematik konnte den Menschen bewußt werden, daß es richtige, objektive, wahre Antworten gibt, unabhängig davon, was irgendeine einzelne Person über eine Situation gefühlt, gedacht oder empfunden hat.

Andererseits waren die alten Griechen keineswegs nur rationale Denker im heutigen Sinn.
Über Nahtoderlebnisse wußten sie genauso viel wie wir. Parmenides – er lebte um etwa 500 v. Chr. – hatte zum Beispiel auch ein solches Erlebnis. Während seiner Ausleibigkeitserfahrung wurde ihm von einer Göttin aber befohlen, daß, wenn er in das Leben auf Erden zurückkehre, er die Menschen nicht dazu auffordern sollte, etwas zu glauben, nur, weil eine Göttin es erzählt hatte. Vielmehr sollte jeder Mensch selbst prüfen, wenn er die Wahrheit erfahren will.

GralsWelt: Das eigene Prüfen ist auf dem Weg zur Wahrheit also immer sehr wichtig!

Dr. Moody: Ja, wobei für mich persönlich dabei der Skeptizismus im ursprünglichen Sinn sehr wichtig ist. Auch die Skeptiker konfrontierten sich früher sehr intensiv mit den Problemen der Welt und den Fragen des spirituellen Lebens. Sie kämpften sehr energisch um die Wahrheit, indem sie jeden gangbaren Weg beschritten und auch jede denkbare Frage stellten – am Ende aber, und das ist das Wesentliche im Skeptizismus, keine eindeutigen Schlüsse zogen. In dem Bestreben, immer wieder Gegenargumente zu finden, auch wenn etwas auf einer bestimmten Ebene noch so klar aussieht, erlebt man den angenehmen Nebeneffekt, daß sich die Gedankenwelt wesentlich erweitert, daß sich unerwartete Richtungen auftun und das Nachdenken in völlig neue Wege geleitet wird.

Darin liegt der wirkliche Skeptizismus es ist eine Möglichkeit, seinen Begriffshorizont zu weiten. Wenn man hingegen heute Aussagen hört, wie zum Beispiel: „Nun, was Nahtoderlebnisse anbelangt, da bin ich ein Skeptiker. Ich glaube, das hat alles nur mit der Chemie des Gehirns zu tun!“, dann hat gerade so etwas mit wirklichem Skeptizismus nichts zu tun, denn der wahre Skeptiker zieht – im Gegensatz zu den modernen Skeptikern, die in Wirklichkeit nur Spötter sind – keine Schlüsse.

Aber er weiß, wie wertvoll Experimente und eigene Erfahrungen sind. Ich denke daher auch, daß der Durchbruch bei den sogenannten paranormalen Erfahrungen dann kommen wird, wenn sich viele Menschen auf den Weg nach eigenen Erfahrungen machen. Wenn die Menschen ihre persönlichen Erlebnisse haben, dann brauchen sie auch keine angeblichen Experten mehr, die ihnen erzählen, wie sie darüber denken müssen. Sie können sich ihre eigene Meinung bilden. Die Anerkennung paranormaler Erfahrungen kann nur durch die Menschen selbst kommen, nicht durch die Parapsychologie, die ja nur eine Pseudo-Wissenschaft ist.

GralsWelt: Würden Sie sich selbst als religiösen Menschen bezeichnen?

Dr. Moody: Obwohl ich in die Kirche gehe, bin ich kein religiöser Mensch in dem Sinne, daß ich einer Ideologie folge. Für mich ist Gott keine Angelegenheit des Glaubens, sondern eine Sache der Beziehung. Ich versuche, eine Beziehung mit Gott zu erhalten, und das ist anders, als nur an ihn zu glauben. Ich wende mich zu Gott, als ob er ein weiser und liebender Elternteil und ein guter Lehrer wäre – mit einem großartigen Sinn für Humor.

Darauf basiert meine Beziehung zu Gott, die sich für mich in der Realität auch bestätigt. Meine Frau und ich hatten da ein Erlebnis, das ich Ihnen gerne erzähle. Es war 1993, und wir hatten schon drei Jahre lang in einer alten Mühle gewohnt, die zuletzt 1950 verkabelt worden war. Wir wußten also, daß die Stromleitungen zu erneuern waren, hatten aber bisher nicht das Geld dazu gehabt. Im September 1993 meinten meine Frau und ich, daß wir nun endlich genug gespart hatten, aber wer sollte die Arbeiten durchführen? Wir kannten keinen Elektriker. Und so standen meine Frau und ich in unserer Küche, hielten uns an den Händen und beteten zu Gott, daß er uns die passende Person schicken sollte.

Unser Wunsch war, daß sich aus diesem Anlaß eine gute Beziehung entwickeln möge. Es sollte jemand sein, der uns helfen kann, dem aber zugleich auch wir helfen können. Und, ich schwöre, am nächsten Morgen klingelte bei uns das Telefon, und als meine Frau Cheryl abhob, sagte eine Stimme: „Hallo, hier spricht B. R. Wilson!” Und meine Frau erwiderte: „Ja, B. R.! Was kann ich für Sie tun?“ Und er antwortete: „Ihre Nummer erschien gerade auf meinem Piepser.“ Meine Frau: „B. R., wir haben heute morgen noch niemanden angerufen. Worum geht es denn?“ Er sagte: „Ich bin Elektriker.“ Und Cheryl sagte: „Nun, B. R. wir brauchen einen Elektriker, kommen Sie doch bitte bei uns vorbei.“

So kam er vorbei und schaute sich das ganze Haus an. Ich stand in der Küche, genau auf dem Platz, von dem aus wir gebetet hatten, und als er durch die Küchentür trat, zeigte sein Gesicht einen verblüfften Ausdruck. Er sagte dann: „Ich würde wirklich gerne wissen, wie Ihre Nummer auf meinem Piepser erschien.“ Und ich sprudelte, ohne nachzudenken, heraus: „Oh, ich bin mir sicher, es war Gott!“ Worauf B. R. ein bißchen erstaunt guckte, so nach dem Motto: „Wer ist denn dieser Typ?“ Aber er ging durch das ganze Haus und trat danach auf die Veranda, bis er plötzlich zu seinem Auto laufen mußte, um zu telefonieren.

Cheryl ging mit ihm, und nach ungefähr 30 Sekunden kamen beide zurück auf die Veranda, absolut blaß im Gesicht. B. R. sagte zu Cheryl: „Es wird ein paar Tage dauern, bis ich hier raus kommen kann, um diese Arbeit zu tun. Mein 38jähriger Bruder verstarb vor kurzem völlig unerwartet nach einer Herzattacke, und nun erlitt meine Mutter auf dem Weg von seiner Beerdigung nach Hause ebenfalls einen Herzanfall!“ Cheryl sagte darauf: „Oh, B. R., mein Mann kann Ihnen vielleicht behilflich sein. Er spricht mit Menschen über solche Sachen.“ B. R. antwortete: „Nun, meine Mutter gab mir schon ein Buch. Es heißt ,Life after Life‘, aber ich hatte noch keine Gelegenheit, es zu lesen.“ Nun – das ist jetzt einige Jahre her, und B. R. ist heute einer unserer besten Freunde.

GralsWelt: Und welche Schlußfolgerungen ziehen Sie aus diesem Erlebnis?

Dr. Moody: Ich kann es Ihnen ehrlich nicht sagen, welchen Schluß ich daraus ziehen soll. Ich sehe es als Bestätigung. Ich werde weiterhin meine Beziehung zu Gott pflegen. Ja, ich habe eine Beziehung – ohne etwas über die eigentliche Natur Gotes zu wissen – und ich glaube, jeder Mensch besitzt so etwas.

GralsWelt: In Ihren Werken benutzen Sie manchmal den Begriff „Spirituelles Leben“. Was meinen Sie damit genau?

Dr. Moody: Als ich noch jünger war, glaubte ich, das Spirituelle sei letztlich psychologisch erklärbar. Ich glaubte, wenn Menschen mystische Erfahrungen machten und an Gott glaubten, dann sei dies ein psychologisches Phänomen. Nachdem ich aber im Laufe meines Lebens selbst entsprechende Erlebnisse hatte, wurde mir bewußt, daß es eine andere Ebene des Seins geben muß, die spirituelle, die weit über die Erklärungsmöglichkeiten der Psychologie hinausgeht. Zum Beispiel hatte ich eine Erscheinung meiner verstorbenen Großmutter. Ich sah sie genauso klar vor mir, wie ich Sie jetzt vor mir sehe. Ich hörte sie sprechen, ich vernahm ihre Stimme, ich spürte ihre Anwesenheit und führte sogar eine längere Unterhaltung mit ihr.

Auch hatte ich ein sehr starkes empathisches Nahtoderlebnis bei dem Tod meiner Mutter. Ich habe also außerordentliche Dinge gesehen – aber ich verfolge immer noch meinen Skeptizismus, denn wer alles als eine Eventualität sieht, der kann auch die Möglichkeiten besser erkennen. Wer sich aber allem verschließt, weil er meint, daß er über eine bestimmte Sache schon alles gelernt hat, der beschreitet damit den Weg der Selbstvernichtung, weil es eben immer noch neue Ansichten gibt, immer noch neue Möglichkeiten zu lernen.

GralsWelt: Sie wollen also trotz Ihrer tiefen eigenen Erlebnisse keine endgültigen Schlüsse ziehen und etwa sagen: Ja, ich weiß, daß das Jenseits tatsächlich existiert?

Dr. Moody: Ich glaube, viele Menschen würden den nächsten Schritt tun und sagen: „Ja es existiert.“ Ich sage lieber, daß ich es nicht weiß. Denn in Wirklichkeit sind doch alle die Vorstellungen völlig unscharf, die wir mit dem „Leben nach dem Tod“, dem „Jenseits” oder dem „Danach“ verbinden. Man weiß ja gar nicht wirklich, worüber man spricht, wenn man sagt, man könne „den Tod überleben“.

GralsWelt: Elisabeth Kübler-Ross sagte, daß unsere Sprache nicht ausreicht, um den Tod zu beschreiben.

Dr. Moody: Absolut! Wir benutzen unsere Sprache, um unsere alltäglichen Grundbedürfnisse zu befriedigen, um unser Essen zu bekommen, um zu sehen, was im Fernsehen läuft, um unseren Kindern zu sagen, was sie machen sollen, um von der eigenen Frau zu hören, was man selbst machen soll, um mit seiner Arbeit zurechtzukommen etc. Für alle diese Alltagserfahrungen reicht unsere Sprache aus.

Es gibt aber keine einfache Art, etwas auszudrücken, was das Leben nach dem Tod betrifft. Man kann hier nur in bildhaften Metaphern sprechen, und gerade deshalb liegt das alles auch fernab der wissenschaftlichen Faßbarkeit. Nehmen wir den Begriff Liebe. Um zum Ausdruck zu bringen, was in diesem Wort liegt, benutzen wir schöne Verse oder die Poesie. Liebe hängt mit dem Leben zusammen – auch mit dem Leben nach dem Tod. Sie spielt auch in allen meinen Gesprächen, die ich mit Menschen führe, die einen geliebten Mitmenschen verloren haben, eine große Rolle. Denn die Liebe ist etwas, was den Tod absolut überdauert!

Quelle:www.gral.de

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