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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Allgemeines zu Sterben, Tod und Trauer
Jana78 ( Gast )
Beiträge:

25.10.2005 19:12
Die Erforschung des Todes 1 (2) antworten

GralsWelt: Welche Schlußfolgerung für unser Weltbild kann man aus den Nahtoderlebnissen so vieler Menschen ziehen? Daß beim Tod die Seele des Menschen den Körper verläßt?

Dr. Moody: Zu diesem Zeitpunkt verändert sich seine Perspektive, sein Bewußtsein ist nicht mehr mit seinem Körper verbunden.

GralsWelt: Aber mit dem Bewußtsein kann nicht das Gehirn gemeint sein, denn dieses verbleibt ja im Körper.

Dr. Moody: Das stimmt.

GralsWelt: Was glauben Sie, wohin wir Menschen nach dem Tod wirklich gehen?

Dr. Moody: Die Erfahrungen, von denen mir Menschen in bezug auf das Leben nach dem Tod berichteten, haben mein Herz mehr berührt als meinen Verstand. Wir fragen uns zwar, wohin wir nach dem Tod gehen, aber dieses räumliche „Wo“ zeigt die Art, wie unser Verstand denkt. Menschen, die Nahtoderfahrungen haben, erzählen hingegen, daß sie es weder räumlich noch zeitlich erlebten. Es war irgend etwas, was außerhalb unseres Zeit- und Raumverständnisses liegt.

GralsWelt: Paßt der Reinkarnationsgedanke zu den bekannten Nahtoderfahrungen?

Dr. Moody: Ich würde die Reinkarnation insofern in dieselbe Kiste stecken wie auch die Nahtoderfahrung, weil ich glaube, daß in beiden Bereichen niemand in der Lage ist, auf Grund der vorliegenden Fakten eine endgültige Schlußfolgerung auf rationalem Weg zu ziehen. Ich interessiere mich für Rückführungen in frühere Leben, weil sie verschiedene Stadien des Bewußtseins darstellen. Als Psychiater fasziniert mich das.

GralsWelt: Sicher liefert der Reinkarnationsgedanke auch gute Ansätze dafür, das ungleich verteilte Leid im Leben zu verstehen …

Dr. Moody: Wenn Leute mich über das Leid im Leben fragen, benutze ich immer eine Metapher. Ich sage: „Stellen Sie sich einmal vor, daß Sie eine schlimme Krankheit bekommen, derentwegen Sie auf eine einsame Insel gebracht werden müssen. Sie dürfen für 10 Jahre keinen Kontakt zu anderen Menschen haben. Und sagen wir mal, wir senden Sie per Flugzeug. Es ist genug Platz für alle Lebensmittel, die Sie für den Aufenthalt brauchen, und es ist auch Platz für einen Fernseher und ein paar Videokassetten.

Welche Filme würden Sie also mitnehmen? Würden Sie nur Komödien aussuchen?“ Und die Leute antworten mir immer: „Aber nein.“ Und dann sage ich: „Würden Sie auch Tragödien aussuchen?“ Sie sagen: „Ja.“ Und dann frage ich: „Wenn Sie da auf Ihrer einsamen Insel sind, und Sie schauen sich eine der Tragödien an, würden Sie dabei weinen?“ Und sie sagen: „Natürlich“, denn das ist das Erlebnis, wenn man sich in eine Tragödie begibt …

GralsWelt: Sie meinen damit, daß leidvolle Erfahrungen einfach auch zum Leben gehören und daß sie ihre tiefe Bedeutung haben, sobald man sie in einem größeren Zusammenhang sieht.

Dr. Moody: Ja, wenn ein höherer Bezugsrahmen erkennbar wird, aus dem der Sinn für das Leid deutlich wird, dann sind alle Arten Schwierigkeiten weggewischt, der Mensch weiß, daß es eine zeitbegrenzte Episode ist, die er erlebt. Innerhalb des Rahmens ist es aber wie in einem hyperrealistischen Film, in dem man nicht nur sitzt und zuschaut, sondern mit den Figuren und Ereignissen des Filmes untrennbar verbunden ist.

GralsWelt: Um noch einmal die Nah- bzw. Scheintoderlebnisse anzusprechen. Sie haben uns geschildert, inwieweit sich Menschen mit solchen Erfahrungen persönlich ändern. Gibt es darüber hinaus vielleicht auch fallweise noch andere Nachwirkungen?

Dr. Moody: Eine sehr ungewöhnliche Nachwirkung habe ich schon viermal beobachtet: Ab und zu findet man Menschen, die plötzlich inspiriert sind, Kunstwerke zu schaffen, obwohl sie zuvor in ihrem Leben nie einen Pinsel in der Hand gehalten haben. Im Jahre 1986 hatte ein junger Mann namens Andrew Lakey ein sehr einschneidendes Nahtoderlebnis.

Dabei wurde ihm seine Berufung bewußt, und er ist seitdem ein visionärer Künstler, der mittlerweile weltweit bekannt ist. Eine andere interessante Sache ist, daß Menschen kurz vor dem Sterben Interesse an Poesie zeigen, manchmal sogar in Reimen sprechen. Das kennt man bereits aus dem Altertum, aber ich fand bei meinen Untersuchungen, daß es auch heute noch häufig vorkommt. Diese Menschen machen unaussprechliche Erfahrungen und sind am Ende ihres Lebens unter Druck gesetzt, ihr todesnahes Erleben irgendwie auszudrücken. Und so kommt es zu poetischen Formulierungen.

GralsWelt: Die Sterbeforschung, mit der Sie sich beschäftigen, wird oft als Grenzbereich der Wissenschaft betrachtet. Halten Sie sich selbst für einen Wissenschaftler?

Dr. Moody: Natürlich hatte ich während meiner Ausbildung eine Menge Wissenschaftliches zu lernen, und das erste, was ich in meinem Leben sein wollte, außer einem Komiker, war Astronom. Ich sehe mich aber nicht als Naturwissenschaftler, weil ich meine Abschlüsse in der Medizin und in der Philosophie habe. Aber ich bin auch kein Parapsychologe, daran bin ich nicht interessiert.

GralsWelt: Es fällt auf, daß Ihnen Gleichnisse wichtig sind, symbolische Bilder. Wie paßt das zur Wissenschaftlichkeit unserer Zeit? Die ist doch fast ausschließlich dem Konkreten verbunden!

Dr. Moody: Das ist richtig, und es ist interessant, wie es dazu kam. Tatsächlich weist die Entscheidung, daß Wissenschaft und Philosophie mit bildhafter Sprache nichts zu tun haben sollen, schon ins Jahr 300 vor Christus zurück. Damals ging es um eine persönliche Ansicht Platos, auf den ja der ganze Aufbau zurückgeht, den wir in unseren heutigen Universitäten finden – Klassenräume, Schlafsäle, eine Sporthalle, Mensa etc. Plato ärgerte sich über Aristophanes.

Er meinte, dieser habe den Tod seines Freundes Sokrates mitverschuldet, weil Aristophanes sich in einem seiner Stücke über Sokrates lustig gemacht hatte. Aus diesem Grund wandte sich Plato seinerseits gegen Poeten und Sänger, und er sagte, daß die poetische oder bildhafte Sprache nicht geeignet sei für die Suche nach der Wahrheit. Heute aber kommen einige Leute in der akademischen Welt zu dem Schluß, daß Metaphern nicht nur in der Literatur ihre Bedeutung haben, sondern sehr wohl auch der Suche nach Wahrheit dienlich sind. Das ist eine ganz neue Richtung. Ich glaube, wir kommen aus dem platonischen Zeitalter heraus.

GralsWelt: Ist das Aussparen des gleichnishaften Denkens nicht ein Fluch für die Wissenschaft? Hat das Unbeschreibliche in unserem Leben nicht auch große Bedeutung?

Dr. Moody: Absolut! Für mich ist die Wissenschaft ein wunderbarer Teil unserer Suche nach Wahrheit, und ebenso ist es die Spiritualität. Bei den frühen Philosophen im antiken Griechenland, bei den Weisheitliebenden, wie sie sich selber nannten, war das spirituelle Leben mit dem des intellektuellen Suchens fest verbunden, man sah beides nicht getrennt voneinander. Die Wissenschaft hat ihre Grenzen, sie funktioniert nur innerhalb eines bestimmten Bereichs.

GralsWelt: Viele Publikationen – sogar die Umschläge Ihrer eigenen Bücher – behaupten, das Leben nach dem Tode wurde „wissenschaftlich erwiesen“. Trifft das wirklich zu?

Dr. Moody: Absolut nicht. Ich betrachte meine Arbeiten über Nahtoderfahrungen nicht als wissenschaftliche Beweise für ein Leben nach dem Tod. Ich denke, es ist ein schwerer Fehler, daß so etwas von populären Verlagshäusern verbreitet wird. Was wir machen, ist, glaube ich, eher eine Vorarbeit. Das Thema „Leben nach dem Tod“ hat noch nicht den Punkt erreicht, an dem wissenschaftliche Fragen formuliert werden können.

Aber als jemand, dessen Hauptausbildung in Richtung Philosophie ging, ärgert es mich auch, daß immer „wissenschaftliche Beweise“ in den Vordergrund gestellt werden, so als ob die Wissenschaft der einzige Weg zur Wahrheit wäre. In unserer Gesellschaft huldigen wir der Wissenschaft und suchen in ihr alle Antworten. Aber die tiefen Gründe des spirituellen Lebens können nicht durch die Wissenschaft erforscht werden.

Es hat mich wirklich gestört, als ich kurz nach dem Erscheinen meines Buches „Life After Life“ von der Presse als „Experte“ über das Leben nach dem Tod bezeichnet wurde. Nach meiner Meinung gibt es keine Autoritäten oder Experten, die einem sagen können, ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder nicht. Dies ist ein menschliches Thema, mit dem sich jeder im Herzen auseinandersetzen muß.

GralsWelt: Wie ist denn allgemein Ihr Verhältnis zu den Medien?

Dr. Moody: Ich bin darüber sehr betrübt. Ich möchte in unserer Gesellschaft zwar kein bißchen an der Presse- und Informationsfreiheit verändern, aber bedauerlicherweise haben die Medien entdeckt, daß Nahtoderfahrungen gut dazu geeignet sind, um viel Geld zu verdienen und für viel Aufmerksamkeit zu sorgen. Ich bin kein Zyniker und sage es widerwillig, aber die großen Verleger in Manhattan scheren sich kein Stück um die Wahrheit.

Ich habe mit ihnen seit über 20 Jahren zu tun, und Sie können sich nicht vorstellen, wie sie Informationen verdrehen und Dinge verändern. Ich bin sicher, daß das meiste von dem, was Sie auf Bücherumschlägen oder in manchen Zitaten von mir lesen konnten, erfunden ist. Oft bittet man mich etwas zu schreiben, ich verbringe dann sehr viel Zeit damit, etwas vorsichtig zu formulieren, damit es das trifft, was ich sagen will – und bis es dann endlich gedruckt auf dem Umschlag steht, ist nichts mehr davon übrig, alles erfunden.

Es ist einfach unbeschreiblich, was diese Leute tun. Sie machen sich keine Gedanken über die Wahrheit. Aber die Verleger wissen, wieviel Geld sie damit verdienen können. Seit Jahren erzähle ich ihnen: „Sie müssen das nicht zur Sensation machen, es ist ja schon sensationell genug. Wenn Sie es zu einer Sensation machen, ist es nur noch Unsinn.“ Aber in Manhattan weiß man es immer am besten. Dort wurden auch Geschichten erfunden wie die, daß Dr. Moody besonders mutig war, seine Entdeckungen zu veröffentlichen.

Ich hörte auch, daß der arme Dr. Moody nun von der Vereinigung der Mediziner verfolgt würde, obwohl es in Wirklichkeit genau umgekehrt war. Der erste Vortrag, den ich jemals über Nahtoderfahrungen hielt, war in der Jarvis Memorial Methodist Church in Greenville, North Carolina, im Jahre 1970. Und dann sprach ich mit meinen Philosophiestudenten an der East Carolina University darüber. Und später bekam ich viele Einladungen von medizinischen Vereinigungen, bei denen ich 1973 darüber zu sprechen begann.

Und immer wieder kamen nach den Vorträgen Ärzte zu mir, die entweder selber so ein Erlebnis gehabt hatten und froh waren, daß jetzt endlich jemand dies untersuchte, oder – noch häufiger –, denen Patienten solche Erlebnisse geschildert hatten. Viele von den Ärzten überwiesen mir ihre Patienten, damit ich mit ihnen darüber sprechen konnte. Aber Verleger und Presse dachten wohl, daß sich eine Verfolgungsgeschichte besser verkaufen würde, und sie erzählten diese Geschichte. Die Leute sollten daher vorsichtig sein bei allem, was sie über das „Leben nach dem Tod“ lesen und im Fernsehen sehen …

GralsWelt: Aber wo kann man mehr über das erfahren, worum es wirklich geht?

Dr. Moody: Nun, ich glaube, es gibt einen Ausweg. Man braucht nicht zu einem sensationell aufgemachten Buch zu greifen. Sie können einfach Ihre Tante Mary, Ihren Onkel Willis, ihre Großeltern oder irgend jemanden fragen, den Sie seit langer Zeit kennen und lieben. Viele haben Nahtoderfahrungen gemacht und werden mit einem vertrauten Menschen auch darüber sprechen. Dabei erfahren Sie alles aus erster Hand …

Quelle:www.gral.de

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