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Verwaiste Eltern – wer denkt außer uns noch an unsere Kinder ? Juta Petersen-Müller erschienen in: Mitglieder-Information der Intensivkinder zuhause.ev. 2/04 Ich selbst bin verwaiste Mutter seit 1998. Unsere Tochter Tessa-Kathleen wurde 1996 geboren und es stellte sich schnell heraus, dass mit Tessa etwas nicht stimmte. Viele Untersuchungen, viele Ängste, Diagnosen und viel Hilflosigkeit begleiteten ihr kurzes Leben. Nie wurde klar eine Diagnose gestellt – nur hochgradige Verdachtsmomente geäußert. So blieb es bis zu ihrem Tod. Im vierten Lebensmonat wurde sie von Seiten der Ärzte das erste Mal „totgesagt“ – sie würde nicht mehr lange zu leben haben, war sauerstoffpflichtig und ein INTENSIVkind. Von ihren 19 Lebensmonaten verbrachten wir mit Tessa ca. 15 Monate in insgesamt drei Kliniken. Es wurde unser zweites Zuhause. Im Juni 1998 verstarb Tessa dann auf der Intensivstation einer Berliner Klinik (Wir hätten sie lieber zuhause gehabt, leider war es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich). Zurück zum Alltag!? Nach ihrem Tod setzte eine allgemeine Stille ein. Familie, Bekannte und auch die wenigen Freunde, die uns geblieben waren, verstummten. Wir fühlten uns oft allein gelassen, niemand sprach mit uns über Tessa. Ich hatte das Gefühl, keiner wollte uns wehtun – keine Wunden aufreißen – lieber schweigen als eventuelle Tränen ertragen zu müssen. Jeder erwartete von uns, zum Alltag zurückzukehren. Wie heißt es so schön: Das Leben geht weiter! Sicherlich, das Leben geht weiter, aber unser Kind war ein Teil dieses Lebens und sie begleitet uns ein Leben lang und man kann und will diese Erinnerungen nicht wegschließen, sondern sucht einen Weg damit umzugehen! Nach einigen Monaten wurden uns dann Fragen gestellt, nach dem Motto: Na, seid ihr schon darüber hinweggekommen? Diese Frage macht mich noch heute wütend und hilflos. Wie wenig Gefühl haben eigentlich manche Menschen? Wir wollen damit leben lernen und nicht darüber hinwegkommen. Sie war und ist unsere Tochter! Was kann hilfreich sein? Ich möchte allen betroffenen Eltern sagen: Verkriecht euch nicht, sonder redet über euer Kind. Nun möchte ich Freunden, Angehörigen oder Beteiligten ein paar Worte sagen, die so denke ich, mir aber auch anderen verwaisten Eltern eine Hilfe wären: Versucht nicht euch vorzustellen, wie es ist, ein Kind zu verlieren! Ihr könnt das nicht „verstehen“! Akzeptiert lieber das veränderte Verhalten der Eltern. Bitte keine belanglosen Floskeln. Das macht mich eher wütend und aggressiv, als dass es mir hilft. Redet mit uns über unser Kind. Gesprächsvermeidung verletzt uns, da wir annehmen müssen, ihr habt unser Kind vergessen. Nennt Namen und denkt an Todes- und Geburtstag des verstorbenen Kindes. Zündet eine Kerze an, lasst es uns wissen, dass eure Gedanken bei uns sind. Es bedeutet uns so viel! Stellt vielleicht auch mal Blumen auf das Kindergrab. Geht bitte auf die betroffenen Eltern zu. Bietet Hilfe an und seid nicht verunsichert, wenn diese Hilfe vielleicht auch einmal zurückgewiesen wird. Versucht es später noch einmal. Ich bekam oft zu hören: “Wenn Du mich brauchst, rufe einfach an.“ Ich habe es aber oft nicht geschafft zum Telefonhörer zu greifen. Somit blieb ich allein mit meinen Gedanken und meinem Schmerz. Auch heute noch, nach fast 6 Jahren, gibt es Momente und Tage, wo alles „hochkommt“ und dann bin ich froh, Gesprächspartner zu finden. Liebe Leser, seht diese Tipps als Anregung, um trauernden Eltern beizustehen. Jeder trauert anders, deshalb vertraut euren Gefühlen und seid als Stütze da, damit die Eltern nicht an ihrer Trauer zerbrechen. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, kann http://www.verwaiste-eltern.de, http://www.lalelu-homepage.de oder http://www.leben-ohne-dich.de im Internet anklicken. Informationsquelle. http://www.ricardas-homepage.de/Dorothee/Themen/verwaiste%20Eltern/1.htm
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